Gemeinschaftsschule

Schulen in die Freiheit entlassen
FDP-Landtagskandidatin Dr. Julia Frank auf Informationsbesuch bei Mozartschule

Schwäbisch Gmünd (pm) In keiner Periode der Nachkriegszeit hat sich die Schullandschaft in Baden-Württemberg so revolutionär verändert wie in den vergangenen Jahren, was zu heftigen politischen Kontroversen zwischen den politischen Lagern führte. Inzwischen liegen erste Erfahrungen mit Gemeinschaftsschulen vor. FDP-Landtagskandidatin Dr. Julia Frank hat sich zur Aufgabe gemacht, vor Ort einen unmittelbaren Eindruck zu gewinnen, um die Basis für eine ideologiefreie Bewertung und Weiterentwicklung zu schaffen.

Erste Anlaufstelle war die Mozartschule in Hussenhofen, seit diesem Schuljahr Gemeinschaftsschule, beginnend mit 5; für die Schülerinnen der Grundschule ändert sich nichts. Sie besuchen weiterhin eine Grundschule mit offenem Ganztagesangebot.  Die Klassen 6 bis 10 der Werkrealschule werden in bisheriger Form zu Ende geführt.  Rektor Alexander May sowie Konrektor Peter Betz stellten die konkrete Ausgestaltung des pädagogischen Konzepts und erste Erfahrungen der beiden Klassen im Gemeinschaftsschulmodus vor. Entscheidenden Anteil an den bisherigen positiven Erfahrungen sind die ergänzenden pädagogischen Maßnahmen wie Ganztagesbetrieb an drei oder vier Tagen, Lernzeiten, täglicher Mittagstisch, Schulsozialarbeit, Kernzeitbetreuung und Schülertreff. Nicht zuletzt bedeutend sind die außerschulischen Kooperationen: Mit dem Berufsschulzentrum auf dem Hardt an mehreren Nachmittagen im Hinblick auf ein frühzeitiges Kennenlernen der verschiedenen Berufe, dem Landesgymnasium für Hochbegabte für Lern- und Hausaufgabenunterstützung, dem Jugendtreff Ost mit Lernzeitbetreuung, pädagogischer Spielzeit und Betreuung bis 19:00 Uhr sowie vieler Schulpartnerschaften, zum Beispiel mit der Firma Kaufland. Ebenso viel versprechend seien die ersten Erfahrungen mit der Inklusion in Kooperation mit den Förderschulen. Es ist offensichtlich, dass ein solches individuelles, breitbandiges Spektrum an Aktivitäten ohne ein hohes Engagement aller Beteiligten nicht möglich ist, seien es Schulleitungsteam, Kollegium, Schulsozialarbeiterin und nicht zuletzt die Eltern, die z. B. den täglichen Mittagstisch ermöglichen oder die Mozartschule bei außerunterrichtlichen Aktionen unterstützen.

 Voraussetzung für die genannten Aktivitäten und ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist das Ganztageskonzept. Der eigentliche Systemunterschied der Gemeinschaftsschule zum bisherigen Schulsystem ist die Möglichkeit in jedem Schulfach unabhängig eines anzustrebenden Bildungsabschlusses auf dem Niveau zu arbeiten, das dem Leistungsvermögen auf die Aufgabe bezogen entspricht. Die Lerngruppe ist immer die gleiche, ein Sitzen bleiben ist nicht möglich. Die Entscheidung über den Bildungsabschluss (alle Abschlüsse sind möglich) erfolgt individuell in Klasse 9 oder 10.

Die Bewertung der Leistungen erfolgt  bis zum jeweiligen Abschluss über einen Lernentwicklungsbericht, der auf Wunsch durch Noten ergänzt werden kann.

Dr. Julia Frank sieht sich nach diesen Erfahrungen bestätigt, dass – vom Erfolg des Schülers her gedacht - jede Schule im Einvernehmen mit allen Beteiligten eine hohe Eigenverantwortung erhalten sollte, um ein auf die Spezifika ihrer Schülerschaft – insbesondere ihrer Sozialisation und ihrem sozialen Umfeld - angepasstes strukturelles und pädagogisches Konzept anbieten zu können. Das Budget an Lehrerwochenstunden muss zur Erfüllung dieses Konzeptes angemessen sein, Lehrerinnen und Lehrer sollte die Schule dann selbst auswählen können.

Das Pädagogische Konzept der Mozartschule als Gemeinschaftsschule und als Anlaufpunkt im Stadtbezirk bewährt sich in beeindruckender Weise auch bei der aktuellen Entwicklung des schulischen Angebots für Flüchtlingskinder und für Kinder von Asylbewerbern. Hier werden passgenaue Lösungen erarbeitet, für die eine verlässliche Kontinuität des Bildungsangebots auch das Entstehen von persönlichen Bindungen zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern ermöglicht. Die Erfahrungen aus dem integrativen Lernkonzept der Schule in allen Bereichen kommt in der äußerst heterogenen Gruppe der Vorbereitungsklasse beeindruckend zum Tragen.

 

Erweiterte Betreuungsangebote und Gemeinschaftsschule

Gemeinschaftsschule Mozartschule bedeutet:

Leitmotto: Kein Kind wird zurückgelassen!

-          Neueinführung von Wissensmodulen in gemeinsamen Inputphasen;

-          individuelles Lernen in Lernateliers am eigenen Arbeitsplatz je nach Lernniveau: Hauptschule/Werkrealschule oder Realschule oder Gymnasium;

-          Lernen und Arbeiten in Kleingruppen und Einzelarbeit;

-          Individuelle Förderung;

-          Wochenplanarbeit;

-          Leistungsmessung nach individuellem Lernstand;

-          Noten nur auf Wunsch der Eltern – Dokumentation des Lernens und der Ziele in einem Lerntagebuch;

-          Kein Sitzenbleiben;

-          Rücksichtnahme auf unterschiedliches individuelles Lerntempo (Bsp. in Deutsch höheres Niveau als in Mathematik);

-          Coachinggespräche;

-          gut ausgestattete Lernateliers mit Nebenräumen und vielfältigen Arbeitsmaterialien;

-          Übergangsmöglichkeiten ins Gymnasium nach Klasse 10;

-          Realschulabschluss nach Klasse 10;

-          Hauptschulabschluss nach Klasse 9 oder 10;

-          Grundlage der Bildungsstandards: Bildungsplan Realschule, ab 2016: Bildungsplan Gemeinschaftsschule.

 

Detaillierte Informationen zum Schulkonzept der Gemeinschaftsschule der Mozartschule werden hier sukzessive veröffentlicht und können bis dahin bei der Schulleitung erfragt werden.

Grundlegende Informationen erhalten sie unter: www.schwaebisch-gmuend.de

 

Weitere Informationen zum Thema Gemeinschaftsschule
des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport:

Info-Flyer

PowerPoint

oder auf der Internetseite des Kultusportal Baden-Württemberg.